danish delight

Der Abschied von Schweden ist uns schwer gefallen. Aber Dänemark empfängt uns mit offenen Armen. Und wir entdecken drei neue Orte in diesem Land.

Zuerst Skagen, der nördlichste Punkt Dänemarks und die Stelle, wo Nordsee und Ostsee sich begegnen. Skagen ist trubelig, voller Touristen – der Hafen voll mit Segel- und Motorbooten und mitten in der Touristenmeile gelegen zwischen zahlreichen Fischrestaurants.

Wir bleiben zwei Nächste und schauen uns das Treiben an, sehen einen wunderbaren Sonnenuntergang und einen herrlichen Vollmond, stehen mit einem Bein in der Ostsee, mit dem anderen in der Nordsee und merken, dass wir solche Menschenmengen wie hier einfach nicht mehr gewohnt sind. Und auch solche Preise nicht. Hatten wir vor Beginn der Reise mit den höchsten Preisen in Finnland und Schweden gerechnet, stellt sich nun raus, dass Dänemark den beiden in diesem Punkt den Rang abläuft. Das letzte kleine Nutella-Glas hat über fünf € gekostet!

Bei viel Wind überqueren wir das Kattegat in Richtung Laesö, die nördlichste dänische Insel. Die Wellen sind hoch, der Wind hat sieben Windstärken und erreicht in Böen sogar acht. Anstrengendes segeln, aber wir sind schnell. Der Hafen von Laesö ist rappelvoll und wir ergattern nur einen Platz im Päckchen. Zum Glück! Denn neben uns liegen Schweden, die uns mit „Jomfruhummeren“ – Babyhummer fangfrisch vom Fischer – versorgen und dazu auch noch eine genaue Zubereitungsanweisung mitliefern. Wir kochen also wie verrückt drei Pfund lebendige Babyhummer. Das heisst man schmeisst die armen Gesellen lebendig in kochendes Wasser. Nicht schön. Aber unglaublich lecker. Ein wahres Festessen! Und auf der Barbie riecht es wie im Feinschmeckerrestaurant.

Mit den Rädern strampeln wir über die Insel, entdecken eine traditionelle Salzherstellung und sammeln Äpfel und Brombeeren.

Und weil unsere neuen Motorbootfreunde Annsofie und Pär aus Göteborg es nicht weit haben auf die Insel, kommen sie fürs Wochenende dazu. Wir grillen und chillen gemeinsam.

Von Laesö geht es weiter auf die dänische Insel Anholt, eines der Traumziele aller deutschen Ostseesegler. Anholt ist eine kleine Insel, die mitten im Kattegat liegt. Von dort sieht man kein Land. Zum einen ist also die Lage besonders, zum anderen ist die Insel mit langen Sandstränden wunderschön. Der Hafen von Anholt ist in jedem Jahr während der Hochsaison hoffnungslos überlaufen. Wir sind zum ersten Mal hier, haben gutes Wetter und die Chance, dank unserer Räder, einen guten Überblick zu gewinnen. Und im Hafen können wir uns zahlreiche Liegeplätze aussuchen. Nachsaison! Auch hier gibt es diesen köstlichen Babyhummer direkt vom Fischer. Auf zum zweiten Streich! Zudem sind die Brombeeren reif und wir schlagen uns auch damit den Bauch voll.

Es ist nicht mehr weit. Wenn wir Anholt verlassen, erreichen wir bald wieder bekanntes Terrain. Die Zeit der neuen Abenteuer auf unserer Segeltour geht langsam zu Ende.

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macht´s gut, und danke für den fisch.

Insgesamt gut zwei Monate. Mehr als acht Wochen. Die Hälfte unseres ersten Abenteuers. Und nun: tschüss, du wundervolles Schweden. Du hast uns verzaubert, begeistert, manchmal auch geärgert (aber wirklich nur sehr selten) und dich vor allem unvergesslich gemacht. Danke für eine ganz wunderbare Zeit. Wir kommen wieder. Ganz bestimmt.

 

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In der letzten Woche haben wir uns in den schwedischen Westschären rumgetrieben. Sie sind ganz anders als die Ostschären. Göteborg ist ganz anders als Stockholm. Ob das in Zusammenhang steht?

Während die Ostschären um Stockholm sehr grün und lieblich und dazu wenig besiedelt sind, spiegeln die Westschären nördlich von Göteborg eher den Pragmatismus ihrer Anwohner und die Anbindung zum rauhen Skagerak wieder. Sie sind schroff und karg. Kaum Bäume wachsen auf ihnen. Ihre Höhe überrascht. Und die Fahrwasser zwischen Ihnen sind oftmals beängstigend eng. Etwas majestätisches haben sie. Bei Sonne auch durchaus lieblich, präsentieren sie sich bei wolkenverhangenem Himmel eher Angst einflößend. Viele von ihnen sind komplett unbewohnt. Andere nahezu übervölkert. Zahlreiche, im Vergleich zu den Stockholmschären große Holzhäuser schmiegen sich an die steil abfallenden Steine, eng zusammengerückt und manchmal durchaus an deutschen Reihenhausbau erinnernd. Natürlich gibt es auch ganz bezaubernde Exemplare.

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Erinnert schon mal an eine Reihenhaussiedlung
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Mancher mag´s halt gern kuschelig und konform…
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…ein Anderer dann doch lieber einsam.

Auf den zweiten Blick erkennen wir ihre Einzigartigkeit, das Besondere an diesen Westschären. Stundenlang wandern wir über uralte riesengroße Steine, die sich aufgeschichtet haben und denen man ihr Alter und ihre Geschichte ansieht. Immer wieder ergeben sich einzigartige Blicke auf die Schärenlandschaften sowie das Meer. Eine ruhige Schönheit, nichts was das Auge ablenkt. Die Steine speichern die Wärme der Sonne, wir wärmen uns daran auf und fliehen so vor dem kühlen Wind.

In den letzten Tagen erleben wir viele Facetten der Westschären: Sonnenschein, Dauerregen, viel Wind, sehr viel Wind und kaum Wind. Mal aus Westen, mal aus Süden und dann auch aus Nord. Mit sieben Knoten jagen wir durch sehr enge Stellen, matchen mit anderen Booten. An verschiedenen Schären verbringen wir herrlich ruhige Nächte in Einsamkeit, in den Häfen machen wir die eine oder andere nette Begegnung.

Auf der wunderbaren Insel Käringön lernen wir Peter und seine Frau aus Stockholm bei einem der zahlreichen Felsspaziergänge kennen. Sie nehmen ein kurzes Bad im 17 Grad kalten Wasser. Jeder erzählt ein wenig von sich, seinem Leben, dem Urlaub, und sie bewerten diesen Teil Schwedens als den schönsten. Dabei hat Peter noch eine ganz besondere Geschichte auf Lager. Er hat nämlich 1962 in Hamburg die Beatles life gesehen. Auf die Frage, wie er sie denn fand, kommt ein leidenschaftsloses „die waren ja noch total unbekannt“.

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Peter und seine Frau

Mit kurzen Schritten vertreiben wir uns die Zeit nördlich von Göteborg, wechseln zwischen einsamen Schären und pittoresken Häfen, genießen dabei das Leben – und den  Fisch.

Es wird herbstlich hier im Norden. Plötzlich ist es schon um 21.00 Uhr dunkel. Die Häfen und Fahrwasser sind nicht mehr rappelvoll, Nachsaisonpreise werden aufgerufen.

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Wir merken, wie diese Stimmung auch bei uns Gedanken an das Ende unserer Segelreise hervorruft. Wir planen unsere Woche in Hamburg, bevor wir am 20. September nach Buenos Aires fliegen. Überlegen, was wir da noch alles regeln müssen. Schreiben Mails, buchen Flüge für den dritten Teil des Jahres. Und freuen uns sehr darauf, weiter in den Sommer nach Südamerika zu fliegen und nicht dem Winter in Deutschland begegnen zu müssen. Unser Bulli ist bereits auf dem Weg dahin. Danke, Helmut, für´s Abliefern im Hamburger Hafen!

Aber erstmal freuen wir uns auf weitere vier Wochen an Bord, mit so tollen Zielen wie Skagen, Laesö und Anholt!

 

review – ein gastbeitrag

Liebe Moni, lieber Andi,

thank you for the music…and the time spending with you….
Es war alles dabei:
– Ankunft in Stockholm, das Wiedersehen, Frühstück an Bord ‚bei Sonne und frischem Wind‘, so hattet Ihr es in der SMS vorher versprochen
– Sightseeing in Stockholm – musste leider ausfallen, wir wollten lieber losfahren
– Sonne pur, jeden Morgen den Blick durchs Oberlicht in der Bugkabine: blauer Himmel, weiße Fock
– 2x ankern an den Schären
– 2x Hafen in der Ostsee, einmal mit warmer Außendusche
– eiskaltes Baden, das einem wortwörtlich den Atem raubte
– endlich mal ’ne Pizza für den Andi
– abenteuerliche Kurse durch die Schärengewässer, weil immer irgendwelche Steine im Wasser lagen (= Therapie für Deine Untiefenphobie, Moni)
– Abba gehört + gesungen auf der Ostsee
– sonniges Spinnaker- Segeln, perfekte Kursansagen von Andi
– Köstliche Grillspektakel
– Mittagsschläfchen am Bug
Das war der erste Teil auf der Ostsee.
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Dann ging’s in den Götakanal:
– die erste Schleuse war aufregend, bei der 2. fühlte man sich schon ‚total routiniert‘
– nette schwedische jungen Menschen, die die Schleuse betreuen: Moni, unser ‚Liebling‘ war Gustaf
– die beschriebene Aufgabenteilung bestand darin, dass wir Frauen ‚Freunde gemacht‘ haben und die Männer an Bord blieben – ok, wir haben auch das Boot festgemacht und in die nächste Schleuse gezogen
– leckeres Eis, Sorte Salzlakritz
– der Lidl ist abgebrannt (der Großeinkauf fiel aus)
– überall Pokemon-Jäger
– so herrlich weiches Wasser, meinte die ‚Mazedonierin‘
– Tobi fand eher den Rum herrlich weich, Euer Boot hat einen gut bestückten Keller
– manchmal fühlten wir uns wie im Zoo – die Touristen schauten hinter Zäunen beim Schleusen zu
– schwedische Insiderinfos: Lehrer in Schweden müssen 45h / Woche arbeiten, weil sie so viele Ferien haben und Silvia, unsere Silvia Sommerlath, spricht ein grottiges Schwedisch, was den Akzent angeht
– und ständig ruft der Abwasch….
Der Schluss hat sich irgendwie von selbst ergeben, der Wind war so stark, dass wir nicht weiter kamen.
Da sind wir einfach abgereist.
..und tschüss…
Habt noch eine tolle Zeit – es sind ja noch immer unglaubliche 5 lange Wochen an Bord.
Euer Tobi, Eure Tinne
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großer see und kleine brötchen

Unsere Woche 14 ist für uns ganz ungewohnt: Viel Wind nur von vorne, wenig Sonne, immer mal wieder Regen und mühsames Motoren durch den Kanal. Die so schöne erste Woche durch den Göta-Kanal wird abgelöst durch anstrengende, ermüdende und so ganz ungewohnte Tage. Von Sjötorp kämpfen wir uns buchstäblich über den Vänernsee, dessen Welle wirklich fies ist. Der See ist Schwedens größter und insgesamt 11 mal so groß wie der Bodensee. Wir schaffen es, 39 Meilen bis Spiken zu kreuzen, und das bei bis zu 23 Knoten Wind. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist mir die Barbie zweimal aus dem Ruder gelaufen. Das kennen wir nicht von ihr. Einfach zu viel Wind und Welle. Wir backen kleine Brötchen. Spiken versöhnt uns. Ein Fischerdorf mit vielen Touristen, Buden, die köstlichen geräucherten Fisch verkaufen und einem beschaulichen kleinen Hafen. Wir bleiben gleich zwei Nächte, weil wieder einmal verdammt viel Wind von vorne steht.

Von Spiken haben wir eine Fahrradtour zum Schloss Läckö gemacht. Und läckö miö, das hat sich gelohnt.

Und dann wieder dieser Vänernsee mit seiner unglaublich ätzenden Welle genau von vorne. Statt viel Wind hatten wir tags drauf wenig. Also wieder mal motoren, die Welle der Vortage war aber noch da. Kein Spaß. Statt über den See kommen wir nur bis Dalberga, weil wir nicht noch weitere drei Stunden das Nageln unseres treuen zuverlässigen Volvo Penta ertragen wollen. Für morgen ist wieder viel mehr Wind angesagt. Da sollte es klappen mit dem segeln.

Dalberga ist eine gute Alternative zum ursprünglich geplanten Vänersborg. Endlich haben wir an diesem beschaulichen Ort Blaubeeren gefunden. Und zum Frühstück gab es Blaubeerpfannkuchen. Was anderes gibt die Küche auch derzeit nicht mehr her. Wir sind leergefressen und brauchen dringend einen Supermarkt. Zum Glück hat der kleine Laden am Ort noch ein Ei für den Pfannkuchen.

Am nächsten Tag gelingt uns dann der Coup. Wir schaffen es über den See. Der Wind kommt wieder mal genau von vorne und wir kreuzen die letzten 15 Meilen auf. Kurz vor Vänersborg erwischen uns fette Böen unter Vollzeug. Kein Spaß zwischen einigen Untiefen. Wir kommen ein wenig in Stress und pampen uns an.

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Drisswetter!

Aber endlich durch die Brücke ist alles wieder gut und wir motoren gemütlich zum Tagesziel nach Trollhättan. In dieser Gegend Schwedens leben übrigens die meisten Elche. Wir sehen leider keinen einzigen. Dafür bekommen wir wieder Besuch. Freund Rudi reist mit seiner Tochter Joana eine Woche durch Schweden, und die beiden verbringen eine Nacht bei uns an Bord. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren alle zusammen mit Rudis Auto in den nächsten Supermarkt. Endlich wieder Wurst, Käse, Obst, Gemüse, Fleisch, Brot, Kekse und was der Mensch noch so braucht! Herrlich! Und dazu noch zwei Kanister Diesel. Denn der geht in diesen Tag weg wie warme Semmeln.

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Besuch an Bord: Joana, Moni und Rudi

Die beiden letzten Tage vom Kanal sind in Bezug auf die Landschaft eher unspektakulär. Der frische Wind kommt weiterhin von vorne, immer mal durchsetzt mit einem Regenschauer. Spektakulär sind die hohen Schleusen, in denen wir nun auf Meereshöhe runter schleusen. Das klappt bei uns ganz wunderbar, anders als bei einem deutschen Schiff hinter uns, das plötzlich quer in der Schleuse steht.

Wir passieren noch einige Brücken und dann sind wir in Göteborg. Mitten in der Stadt machen wir im Hafen Lilla Bommen fest. Hier wimmelt es vor Booten aus Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Dänemark.

Nach Tallinn, Helsinki und Stockholm ist Göteborg unsere vierte Großstadt auf unserem Törn. Mit den Rädern gelingt es uns, einen guten Überblick zu bekommen. Und wir treffen unsere Motorbootfreunde Annsofie und Pär wieder. Sie leben in Göteborg und zeigen uns auf einer kleinen Sightseeingtour weitere besondere und historische Orte der Stadt. Abends laden sie uns bei sich zuhause zum Essen ein. Super nett!!!

 

Die kommenden Tage werden wir wohl im Göteborger Hafen Langedrag verbringen. Es ist sehr viel Wind angesagt. Unser Windmesser zeigt heute morgen stolze acht Beaufort an. Dazu Regen und Kälte. Nicht schön…

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So richtig eingeweht bei Göteborg

In den letzten beiden Wochen sind wir einmal quer durch Schweden gefahren. Dem Andi ist das ganze etwas zu viel fahren statt segeln. Ich habe den Göta-Kanal sehr genossen, auch weil das Wetter so toll war, wir nette Freunde an Bord hatten und die Stimmung dort einfach besonders ist. Noch einmal würden wir diese Passage nicht machen. Aber wir haben es ja jetzt auch erlebt. Und dadurch viele Meilen auf unserem Rückweg gespart.

Wir hoffen, dass die momentane Schlechtwetterphase nur eine kurze Kapriole der Natur ist. Unser nächstes Ziel sind die Westschären nördlich von Göteborg. Und dafür brauchen wir Sonne und weniger Wind.

zu viert im fünf-knoten-takt

Wir sind gespannt auf den Göta-Kanal. Er zieht sich mitten durch das Land und wird „Das Blaue Band Schwedens“ genannt. Im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung geplant wurde er schon einige Jahre nach Fertigstellung von der Eisenbahn abgelöst und dient heute nur noch dem Tourismus. An den Schleusen stehen viele Schaulustige und glotzen. Das Schleusen klappt bei uns super, weil wir zu viert sind. Mit Tom und Tinne haben wir die perfekte Unterstützung. Es bleibt Zeit für Wein, Leckereien, Musik und Tanz.

Ihn dieser Woche sind wir bis Sjötorp am Vänernsee gekommen. Insgesamt 58 Schleusen, davon 38 rauf und 20 runter, und 90 Seemeilen haben wir geschafft. Und dabei viele Bekanntschaften geschlossen und Gespräche geführt. Sehr schön ist es mit dem „Schleusenpersonal“, alles Studentinnen und Studenten, die das als Sommerjob machen. Sie sind alle supernett, total kommunikativ und sehr auskunftsfreudig. Den Höhepunkt mit Ihnen haben wir an Andis Geburtstag erreicht. In jeder der insgesamt 16 Schleusen an diesem Tag haben wir ihm ein Geburtstagslied gesungen. Jakob und in der übernächsten Schleuse seine Kollegin Maja greifen das auf und stimmen schwedische Geburtstagslieder an. Total süß!

Der Kanal verändert sein Gesicht täglich. Mal geht es durch kleine, beschauliche Orte mit netten Cafés, manchmal über größere Wasserflächen wie den Roxen oder Viken. Wir erinnern uns an das Segeln in Friesland. Beschaulichkeit und Ruhe pur. Der schwedische Sommer erlaubt Badestopps wann immer wir wollen. Es wimmelt vor Kindern und Jugendlichen, die das, wie wir, ausgiebig und ausgelassen nutzen.

Zum ersten Mal sehen wir in Schweden landwirtschaftlich genutzte Flächen, Felder, Kühe. Aber auch dichte Wälder, große und imposante Bäume. Der Göta-Kanal hat einen langen Wander- und Fahrradweg neben sich, genutzt von Radlern, Joggern und Spaziergängern. Und von Tobi.

Nichts ist planbar im Göta-Kanal. Manchmal schlüpfen wir durch eine Schleuse nach der anderen. In Borensberg kommen wir um 14.00 Uhr an und schleusen zwei Stunden später gemeinsam mit einer deutschen Yacht, die bereits fünf Stunden gewartet hat. Entsprechend maulig war der Skipper und liess uns das mächtig spüren. Als er den „verrrantworrrtlichen Schiffsführerrrr“ sprechen will, schauen wir uns kurz an und prusten vor Lachen los. Hat nur wenig zur Entspannung beigetragen… Und Andis Titel ist seitdem gesetzt.

Schweden zieht im 4,5-Knoten-Takt an uns vorbei. Vertraut, weil es landschaftlich an Deutschland erinnert. Und insgesamt wenig aufregend (im positiven Wortsinn), gemütlich, langsam, von Muße geprägt. Eben ganz anders als das Segeln auf der Ostsee. Andreas vermisst das Segeln ein wenig, wir drei anderen freuen uns ganz uneingeschränkt des Lebens.

Ein Lichtblick nach all dem Motoren ist der Vänernsee, das „große Wasser“ Schwedens, 11mal so groß wie der Bodensee. Wir freuen uns auf einen Schlag nach Mariestad, der leider mächtig in die Hose geht. 30 Knoten Wind in Böen von vorne sind einfach zu viel für die Barbie. Wir drehen um und fahren zurück nach Sjötorp.

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Sjötorp – die Einfahrt zum Göta-Kanal

Seit fast zwei Wochen sind wir nun zu viert unterwegs. Das gute Wetter macht ein bequemes Leben auf der Barbie möglich. Aufgrund der Enge im Vorschiff schläft Tobi im Salon (auf einem Brett auf dem Flur ist seine Interpretation). Wir haben uns gut eingespielt. Andi und ich müssen uns allerdings nun wieder ans alleine sein gewöhnen, denn die zwei verlassen uns. Aber das wird schon. Schließlich sind wir jung verheiratet:-).

Drei Monate sind wir jetzt unterwegs. Wir werden oft gefragt, wie es sich denn anfühlt, nun auf dem Rückweg zu sein. Wir fühlen uns nicht auf dem Rückweg, im Gegenteil. Weiterhin folgt ein neues Highlight auf das andere. Zudem ist erst ein Viertel unseres gesamten Jahres verstrichen, und wir haben schon so viel erlebt und gesehen!

Das Abenteuer geht weiter.

wie ferien auf saltkrokan

Jetzt ist er da – der Sommer in Schweden. Sonne pur. Hohe Temperaturen. Ferienstimmung. Und immer eine frische Brise durch den Seewind. Es fühlt sich an wie bei Pippi Langstrumpf. Ferien-auf-Saltkrokan-Feeling.

In Stockholm fängt es schon an damit. Die Stadt zeigt sich bei Sonne von ihrer besten Seite. Und trotzdem ist es sehr ungewohnt, nach all der Natur in eine pulsierende, laute Großstadt voller Autos und Menschen zu kommen. Einen Tag schauen wir uns um, essen überteuertes Softeis und kommen nicht so richtig in dieser schönen Stadt an. Da wir Stockholm aber auch schon von mehreren Besuchen kannten, haben wir nicht das Gefühl, uns viel ansehen zu müssen, und der Abschied fällt uns leicht.

Am Mittwochmorgen kommen Tom und Tinne mit dem Flieger aus Düsseldorf zu uns an Bord. Gleichzeitig erreicht uns über DHL eine Weinnachschublieferung aus Deutschland, weil unser Vorrat erschöpft war… Wir danken dem edlen Spender von Herzen für diese willkommene Überraschung!

 

Wir verlassen zu viert die Stadt über den schönen Kanal Baggensfjärden und legen uns an die Schäre in Napoleonsviken. Zusammen mit vielen anderen. Hochsaison halt, aber es ist weniger schlimm als erwartet.

Unser Ziel für diese Woche ist der Göta-Kanal. Es sind noch 100 Meilen dahin, die wir in den kommenden Tagen gut schaffen. Von Napoleonsviken geht es nach Nynäshamn, einen großen Hafen, und an die wunderbare Schäre Lilla Trassö. Mittlerweile sind wir Profis beim Anlegen an der Schäre. Übung macht den Meister. Auf der Schäre fiel dem Grill ein Kilogramm Schweinefilet zum Opfer. Im Ganzen gebraten. Die warmen Steine, der gekühlte Alkohol und die heiße Mucke taten ihr übriges. The „eye of the tiger“ mutierte zum song of the day.

Musikalisch wurde the eye of the tiger am Folgetag von Abba abgelöst. Und in Arkösund treffen wir Peter und Krimhild mit ihrem neuen Glüxkind, einer X37.

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Lecker Burger mit Fritten und lieben Menschen
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Frühstück auf Glüxkind
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Peter, Kriemhild, Tobi, Andi, Moni, Tinne

Und dann endlich sind wir da, am Göta-Kanal. Wir trennen uns schweren Herzens von den Ost-Schären und freuen uns auf das nächste Abenteuer.

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Mehr zu Schwedens „blauem Band“ in einer Woche – W-LAN vorausgesetzt…

nix als schärereien

Endlich sind wir da. Im Stockholmer Schärengarten. Traumziel eines jeden Ostseeseglers. Hunderte, gar tausende kleiner Inseln und Inselgruppen. Glatt gewaschene Felsen mit Kiefernwäldern. Wunderschöne Anlegestellen direkt am Stein. Glattes Wasser, auch bei viel Wind. Blauer Himmel mit Schäfchenwolken. Verträumte, versteckte und sichere Ankerbuchten. Ein Spiel der Farben, wie es schöner nicht sein kann. Und ganz viel Natur. Es ist so schön hier!

Unsere erste Schäre liegt im äußeren nördlichen Schärengürtel, heisst Inra Hamnskär und erfüllt alle Träume. Den Tipp haben wir von einem schwedischen Liegeplatznachbarn in Fladen. Wir liegen zuerst ganz allein, später kommen noch vier weitere Boote hinzu. Es bleibt viel Platz, man stört sich nicht. Wir grillen auf den warmen Steinen und fühlen uns wie im Paradies.

Das könnte so weitergehen, wenn da nicht die vielen anderen Segler und diese Unmengen an Motorbootfahrern wären. Grade die letzteren schaffen es spielend, das eigentlich glatte Wasser ordentlich aufzuwühlen und uns so das schöne Leben ein klein wenig unschöner zu machen.

Es ist rappelvoll in Stockholms Schären – High Season. Das ist vergleichbar mit dem Juli in der dänischen Südsee. Spätestens um 12.00 Uhr sind alle Plätze belegt. Es heißt also: früh aufstehen und nicht so große Stecken planen. Wir fügen uns diesem Gesetz und starten drei Tage hintereinander schon um 8.00 Uhr. Das klappt zweimal wunderbar. Am bis dahin einzigen Regentag in den Schären wollen dann jedoch alle in die Häfen und wir haben keine Chance auf einen Hafenplatz. Und das, wo wir eine Dusche und Strom zum Aufladen der komplett entleerten Batterien dringend brauchen. Also wieder an die Schäre in eine hübsche kleine Bucht, allerdings mit 35 weiteren Booten.

Am nächsten Tag landen wir im Segelmekka der schwedischen Ostküste, Sandhamn. Das Saint Tropez Schwedens: fette Motorboote, Party auf allen Stegen, Jetset pur. Es ist Ferienzeit, und es ist Samstag. Vorm Hafen dreht ein gutes Dutzend Boote Kreise und lauert hektisch auf einen frei werdenden Liegeplatz. Zum Glück können wir in die benachbarte Bucht Lökholmen flüchten, uns die Sache mit Hilfe einer kurzen Fährfahrt anschauen und dann nach zwei Stunden und einem großen Softeis wieder in die Ruhe abtauchen.

Kurz vor Stockholm werden wir durch zwei weitere herrliche Plätze belohnt: an der Schäre in der Bucht Langvig auf Nämdö und in der Ankerbucht Napoleonsviken, in der bereits Napoleon (daher der Name) ein Bad nahm. Nun ist es hier 19.00 Uhr, und es sind inzwischen über 50 Boote an Felsen und vor Anker. Eigentlich wie Hafenliegen, nur ohne Strom und umsonst. Der am Nachmittag aufkommende Regen ist uns herzlich egal. Hätten wir nur zwei Wochen Urlaub, wäre das anders.

Wir könnten Wochen hier verbringen. Jeden Tag in eine neue Bucht segeln, immer gespannt darauf, wie es dort aussieht, welche Besonderheiten uns erwarten. Und dann beobachten wer sonst noch so kommt, wie angelegt wird, dabei helfen und Leinen halten. An der Schäre gilt Solidarität, sobald man seinen Platz gefunden hat. Jeder hilft jedem.

Apropos jeder hilft jedem. Es geht weiter mit unvergesslichen Bekanntschaften. Die guten Tipps für Stockholms Schären bekommen wir im Vereinshafen auf der kleinen Insel Fladen vom Eigner des Nachbarbootes (s.oben). Und in Norrtälje treffen wir ein ganz besonderes deutsches Pärchen aus Kiel Mönkeberg, Alo und Peter. Die zwei verbringen seit 15 Jahren jeden Sommer mit ihrem Boot in Schweden. Davor haben sie acht Jahre das Mittelmeer besegelt. Unglaubliche 70.000 Seemeilen liegen in ihrem Kielwasser. Die 80 haben beide hinter sich gelassen. Wir sind voller Bewunderung. Und verbringen einen unvergesslichen gemeinsamen Abend an Bord ihrer Plejade.

Seglerisch ist unsere Woche 12 wunderbar. Wir haben immer Wind, manchmal auch zu viel davon. Die Motorzeiten liegen jeden Tag unter einer Stunde. Und es gelingt uns, die eine oder andere Yacht zu versegeln. Erst heute haben wir auf der Kreuz eine Elan 40  abgehängt 🙂 ! Das Wetter ist ein wenig gemischt und der Wind noch immer kühl. Für die kommende Woche sind steigende Temperaturen mit viel Sonne und wenig Wind versprochen. Wir werden sehen.

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Unser herrliches Leben

Die nächsten Abenteuer warten auf uns: Stockholm und danach der Göta-Kanal. Und wir bekommen Besuch. Unser Freunde Tom und Tinne aus Bochum werden uns ein Stück begleiten.

Start: Öregrund    1: Flaten   2: Norrtälje   3: Inra Hamnskär   4: Hemholmen/Ostholmen   5: Sandhamn/Lökholmen   Ende: Nämdö

wir grooven uns so ein

10 Wochen sind wir nun unterwegs. Es wird nicht langweilig. Und könnte irgendwie immer so weitergehen. Wir gewöhnen uns an die grenzenlose Freiheit, das selbstbestimmte Leben, die unbeschwerten Tage. Einer nach dem anderen. Es geht nur noch darum wohin wir als nächstes segeln, ob wir genug zu essen haben und woher der Wind wie stark weht. Alles andere ist zweitrangig.

Dabei treffen wir immer wieder und immer mehr nette Menschen und interessante Gesprächspartner. Die Häfen und Buchten werden deutlich voller, es ist Hochsaison in Schweden. Kein Vergleich allerdings mit der Hochsaison, die wir aus dänischen und deutschen Häfen kennen. Hier sind einfach viel weniger Boote unterwegs. Die Deutschen-Dichte bei den Seglern nimmt zu. Der eine oder andere gemeinsame Abend im Cockpit ergibt sich. Nationalität verbindet offenbar doch.

Vor zwei Tagen habe ich mich in einem fast vollen Hafen dabei erwischt, wie ich einem Boot aus der Schweiz einige Hilfestellungen bezüglich einer noch möglichen Lücke für sie zugerufen habe. Hätte ich das auch bei Schweden gemacht? Wo wir doch eine Stunde früher angelegt hatten und sehr reserviert – zumindest gefühlt – behandelt wurden.

Aber irgendwie schaffen wir es doch immer, das Eis zu brechen. Dann tauen sie auf, die Nordlichter und kommen ins Erzählen. Grad heute meinte ein Schwede am Steg, er habe schon mehrfach Swan-Yachten mit eingebauter Sauna gesehen. Unglaublich! Wir würden uns schon über eine Dieselheizung freuen.

Und so vergehen die Tage, wir sind fast in Stockholm nach einer Segelwoche ohne besondere Highlights, aber vielen wundervollen Plätzen auf kleinen zauberhaften Inseln und unter Begleitung der einen oder anderen Robbe. Der Wind war uns hold und hat uns gut nach vorne gebracht. Herrliche Segeltage bei viel Sonnenschein und ein Schiff, das einfach nur super läuft. Barbie – wir lieben dich!

von feurigen saunen und tiefgefrorenen bären

Nicht nur die Tage werden kürzer, auch die Segelstrecken. Aber erst mal war nix mit segeln, denn der Nebel hatte uns hartnäckig im Griff. So haben wir länger als geplant in Järnishamn am Steg gelegen.

Die Beschreibung des Zwischenstopps in Skagshamn sparen wir uns – der Hafen war nix. Da wir dringend Küche und Keller füllen mussten, war Örnskölsviken das nächste Ziel. Mit den Rädern zum Lidl. Der nächste Morgen – Nebel again, der sich aber dann im Laufe des Tages auflöste. Geschafft!

Wir entscheiden uns für einen dieser zahlreichen netten Tipps, die wir im Laufe der Hafentage von anderen Seglern bekommen und laufen die Westseite von Grislan an. Ein Steg, ein Boot, eine Sauna. Perfekt! Wir erlaufen uns das ehemalige Fischerdorf auf der Ostseite, werden im Blaubeerwald von mörderischen Moskitobanden fast bis auf das Skelett abgenagt, und genießen den Ausblick vom Hausberg. Kurt hat bereits die Sauna angefeuert, und wir verbringen den Rest des Tages und Abends gemeinsam zunächst dort, dann am Lagerfeuer. Kurt ist ehemaliger Marineoffizier und kennt nicht nur die Gewässer hier perfekt, sondern hat neben Tipps zum Batteriemanagement an Bord auch Geschichten zu erzählen. Er und seine Frau leben in Lappland, wo gern mal Bären zu Besuch kommen und die Menschen Tiefkühlräume haben. Sein Nachbar hat ein besonders lästiges Exemplar geschossen und es für die Behörden in einem solchen aufbewahrt – sitzend in einem Warentrolley.

Wir verlassen mit einem zufriedenen Gefühl Grislan und segeln nach Trysunda – ganze fünf Seemeilen weiter. Wir sind faul zur Zeit, und die Höger Kusten sind ein Traumrevier, in dem es so viele tolle unterschiedliche Orte in kürzester Entfernung gibt. Wir haben eh noch viel Zeit, bis wir in Stockholm erwartet werden. Also nur mal kurz um´s Eck. BÄMM – da ist der wieder, der Nebel! Aber per iPad und mit lautem Getute hämmern wir durch. Trysunda ist eine Bilderbuchinsel, ein Schwedenidyll, wie man es sich vorstellt. Kein Wunder, dass hier mehrere Fähren am Tag anlegen. Wir machen uns wieder zu Fuß auf und erwandern die verschiedenen Highlights, fühlen uns „steinreich“ am Kieselstrand und wie Entdecker auf den schmalen Pfaden zwischen Wald und Fels. Schweden macht glücklich.

Der Morgen beginnt verhangen und mit Niesel, und für den nächsten Tag ist Starkwind angesagt, also verkrümeln wir uns an den Hotelsteg von Ulvö. Ist ja eh nur um´s Eck..

Mjältön ist die höchste Insel Schwedens. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, zumal die kleine Bucht Baggviken einen perfekten Rundumschutz bietet. Die Finnen aus Trysunda sind bereits da und heizen die Sauna an, die Swan aus Ulvö liegt auch neben uns. Aber erstmal den Berg hoch! Nach „alter Tradition“ nimmt jeder, der aufsteigt, einen Stein von unten mit und legt ihn oben auf die höchste Stelle. So wächst die höchste Insel Schwedens immer höher. 😉 Wir entscheiden uns für Weg 1 und stellen nach zehn Kilometern fest, dass Weg 2 nur vier Kilometer bis zum Gipfel gewesen wären. Egal. Wir sind zwar erschöpft, aber rundum zufrieden. Ab in die Sauna, und hinterher den Grill angefeuert! Was für ein wundervoller Ort.

Es soll man wieder heftig wehen, und so verkrümeln wir uns in die tief eingeschnittene Bucht von Norfällviken. Wir hoffen hier auf W-LAN und die Möglichkeit, das EM-Spiel zu sehen. Der Weg dahin gab schon einen kleinen Vorgeschmack, was der Wind mit den Wellen anstellen kann…

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Woche 9 im Überblick