von feurigen saunen und tiefgefrorenen bären

Nicht nur die Tage werden kürzer, auch die Segelstrecken. Aber erst mal war nix mit segeln, denn der Nebel hatte uns hartnäckig im Griff. So haben wir länger als geplant in Järnishamn am Steg gelegen.

Die Beschreibung des Zwischenstopps in Skagshamn sparen wir uns – der Hafen war nix. Da wir dringend Küche und Keller füllen mussten, war Örnskölsviken das nächste Ziel. Mit den Rädern zum Lidl. Der nächste Morgen – Nebel again, der sich aber dann im Laufe des Tages auflöste. Geschafft!

Wir entscheiden uns für einen dieser zahlreichen netten Tipps, die wir im Laufe der Hafentage von anderen Seglern bekommen und laufen die Westseite von Grislan an. Ein Steg, ein Boot, eine Sauna. Perfekt! Wir erlaufen uns das ehemalige Fischerdorf auf der Ostseite, werden im Blaubeerwald von mörderischen Moskitobanden fast bis auf das Skelett abgenagt, und genießen den Ausblick vom Hausberg. Kurt hat bereits die Sauna angefeuert, und wir verbringen den Rest des Tages und Abends gemeinsam zunächst dort, dann am Lagerfeuer. Kurt ist ehemaliger Marineoffizier und kennt nicht nur die Gewässer hier perfekt, sondern hat neben Tipps zum Batteriemanagement an Bord auch Geschichten zu erzählen. Er und seine Frau leben in Lappland, wo gern mal Bären zu Besuch kommen und die Menschen Tiefkühlräume haben. Sein Nachbar hat ein besonders lästiges Exemplar geschossen und es für die Behörden in einem solchen aufbewahrt – sitzend in einem Warentrolley.

Wir verlassen mit einem zufriedenen Gefühl Grislan und segeln nach Trysunda – ganze fünf Seemeilen weiter. Wir sind faul zur Zeit, und die Höger Kusten sind ein Traumrevier, in dem es so viele tolle unterschiedliche Orte in kürzester Entfernung gibt. Wir haben eh noch viel Zeit, bis wir in Stockholm erwartet werden. Also nur mal kurz um´s Eck. BÄMM – da ist der wieder, der Nebel! Aber per iPad und mit lautem Getute hämmern wir durch. Trysunda ist eine Bilderbuchinsel, ein Schwedenidyll, wie man es sich vorstellt. Kein Wunder, dass hier mehrere Fähren am Tag anlegen. Wir machen uns wieder zu Fuß auf und erwandern die verschiedenen Highlights, fühlen uns „steinreich“ am Kieselstrand und wie Entdecker auf den schmalen Pfaden zwischen Wald und Fels. Schweden macht glücklich.

Der Morgen beginnt verhangen und mit Niesel, und für den nächsten Tag ist Starkwind angesagt, also verkrümeln wir uns an den Hotelsteg von Ulvö. Ist ja eh nur um´s Eck..

Mjältön ist die höchste Insel Schwedens. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, zumal die kleine Bucht Baggviken einen perfekten Rundumschutz bietet. Die Finnen aus Trysunda sind bereits da und heizen die Sauna an, die Swan aus Ulvö liegt auch neben uns. Aber erstmal den Berg hoch! Nach „alter Tradition“ nimmt jeder, der aufsteigt, einen Stein von unten mit und legt ihn oben auf die höchste Stelle. So wächst die höchste Insel Schwedens immer höher. 😉 Wir entscheiden uns für Weg 1 und stellen nach zehn Kilometern fest, dass Weg 2 nur vier Kilometer bis zum Gipfel gewesen wären. Egal. Wir sind zwar erschöpft, aber rundum zufrieden. Ab in die Sauna, und hinterher den Grill angefeuert! Was für ein wundervoller Ort.

Es soll man wieder heftig wehen, und so verkrümeln wir uns in die tief eingeschnittene Bucht von Norfällviken. Wir hoffen hier auf W-LAN und die Möglichkeit, das EM-Spiel zu sehen. Der Weg dahin gab schon einen kleinen Vorgeschmack, was der Wind mit den Wellen anstellen kann…

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Woche 9 im Überblick

2 Gedanken zu “von feurigen saunen und tiefgefrorenen bären

  1. Bernd Dreier

    Hey Ihr Zwei !!! Es ist immer noch schön mit Euch auf Tour zu sein 🙂 Ihr werdet ja richtige „Sauna Spezies“, zumindest klingt es sehr verlockend. Zudem bekommt Ihr auch recht einfach Kontakt, denn in einer entspannten Atmosphäre lässt es sich auch gut plaudern 😉 Bestimmt ist es auch gar nicht einfach zu entscheiden wo man denn so abbleibt, bei sooooo vielen Möglichkeiten. Toll sich so treiben zu lassen!!! Wir drücken für Euch die Daumen mit, solltet ihr kein W-Lan haben und das Spiel GER – FRA nicht verfolgen können 😉 Nur noch knapp 14 Tage, dann können auch wir ein wenig in See stechen, wir freuen uns schon riesig! Liebe Grüße von den 🙂 🙂 🙂 Dreiers

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