und mittags apfelpfannkuchen mit gletscherblick

Es ist so saftig grün, so satt und bunt und so feucht. Wir sind auf der Carretera Austral in Chile. Diese 1.200 Kilometer lange Straße in Patagonien wurde erst zur Zeit der Pinochet-Diktatur in den 1980er Jahren gebaut. Sie schließt den bis dahin abgetrennten Süden an den Rest des Landes an. Nur wenige Abschnitte der Strecke sind geteert, insgesamt leben 91.000 Menschen in dieser Region. Es regnet viel, fast täglich. Und die Natur ist dementsprechend üppig – sehr üppig.

Es gibt Regenwald, auch wenn in den 1940er Jahren 30.000 Quadratkilometer davon abgeholzt wurden. Das entspricht der Größe Nordrhein-Westfalens. Die Folgen sind unübersehbar. Auf den freigelegten Flächen wird heute Viezucht betrieben.

Die Carretera führt uns durch dichte Wälder, vorbei an tiefblauen Seen und wild schäumenden Flüssen, scharf eingeschnittenen Fjorden und schneebedeckten Gipfeln. Sie ist wohl Chiles schönste Route in die Einsamkeit. Wir klettern mit unserem Bus Berge hinauf und durchkreuzen Weidelandschaften, Sumpfgebiete und riesige Urwälder. Zu Fuß erobern wir Gletscher und Vulkane. Das erfordert viel Kondition, denn die Wege sind oft sehr steil und schwierig zu gehen. Immer werden wir mit fantastischen Blicken belohnt, manchmal sogar ganz ohne Wanderung.

Der Rharbaber ist hier meterhoch. Lupinenfelder in lila und rosa wechseln sich ab mit baumhohem Bambus und rosafarbenen Glockenblumen. Die Wiesen sind gespickt mit gelben Butterblumen. Endlich stehen wir mit dem Bus auf Grasflächen statt auf Staub. Und der Bus braucht nicht mehr täglich eine Grundreinigung im Innenraum.

Der Ort Chaiten ist unsere letzte Station an der Carretera. 2008 ist hier völlig überraschend der Vulkan Chaiten ausgebrochen und hat den ganzen Ort in Schutt und Asche gelegt. Noch heute bietet sich uns ein Bild der Verwüstung, auch wenn sich die Natur vieles schon zurückerobert hat. Die anstrengende Besteigung des Vulkans zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe.

Von Chaiten nehmen wir die Fähre auf die Insel Chiloe, wo uns wieder ein ganz anders Chile erwartet.

Mittlerweile hat die Ferienzeit eingesetzt. Nur noch selten haben wir einen Übernachtungsplatz für uns allein. Fast täglich verbringen wir den Abend mit anderen Reisenden und hören viele ungewöhnliche und besondere Lebensgeschichten (www.viaje.ch).

Ach ja, Weihnachten findet hier eher am Rande statt. Ein kleines Angebot an Süßigkeiten und Alkohol in den Supermärkten sowie ein wenig Deko lassen auf die bevorstehenden Festtage schließen. Mal sehen wo wir Weihnachten verbringen.

blown away

Vorgestern haben wir auf einer Wanderung ein Paar aus Utah kennen gelernt. Die zwei sind sechs Monate auf Reisen und haben in Alaska begonnen. „It blew us away“ kommentierte Chelsey ihre Zeit dort. Und genauso geht es uns, wenn wir an die vergangenen Tage am Gletscher Perito Moreno und an das Fitz Roy-Massiv in Patagonien denken. It really blew us away!

Der Perito Moreno Gletscher ist fünf Kilometer breit, zwischen 50 und 70 Meter hoch und 30 km lang. Jeden Tag schiebt er sich 2,2 Meter vorwärts. Das führt zu regelmäßigen, teilweise spektakulären Abbrüchen. Er kalbt täglich kleine Eisberge. Und ist der weltweit einzige Gletscher der nicht abschmilzt sondern wächst.

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Gletscher Perito Moreno
Das sind die Fakten – schon unglaublich genug. Aber dann standen wir davor. Uns stockte der Atem bei diesem Anblick. Je nach Sonneneinstrahlung leuchtet der Gletscher in einem gleißenden Eisblau. Immer wieder knallt, kracht und knirscht es irgendwo. Er ist ständig in Bewegung. Acht Stunden schauen wir, staunen und lauern auf den spektakulär großen Abbruch. Die Stücke, die vor unseren Augen abbrechen, sind „nur“ 20 bis 25 Meter hoch. Was für eine gewaltige Naturschönheit.

In El Calafate kommen wir zufällig in den ungeplanten Genuss eines kleinen Gaucho-Festivals mit diversen Wettbewerben. Wir sind beeindruckt, wie diese Jungs und Mädels mit ihren Pferden umgehen können. Chapeau!

Weiter geht es durch die patagonische Steppe zum Fitz Roy-Bergmassiv mit 3.441 Meter Höhe. Eine elf Kilometer Wanderung soll uns zum tollsten Aussichtspunkt bringen. Aber schon nach vier Kilometern am ersten Mirador wird klar, dass uns heute kein guter Blick mit blauem Himmel vergönnt ist. Es zieht sich zu, der Wind legt sich mal wieder richtig ins Zeug und es ist rattenkalt. Wir haben genug gesehen und kehren um. Auf das Wetter ist halt in Patagonien nie Verlass. „Four seasons in one day“ lautet das Motto. Langzeitreisende aus der Schweiz bestätigen uns, dass die Wetterkapriolen in diesem Jahr ganz besonders ausgeprägt sind. War ja klar…

Wir fahren weiter in Richtung Chile. Die lange Fahrerei wird durch idyllische Übernachtungsplätze belohnt.

Ganz besonders schön waren in den letzten Tage wieder einmal die zahlreichen Begegnungen mit anderen Reisenden. Wir haben Annika und Jonny aus der Schweiz wiedergetroffen und drei gemeinsame Tage rund um den Gletscher Perito Moreno verbracht. Ein Paar aus den Niederlanden mit großem Mercedes-Truck reist seit acht Jahren und hat viel zu erzählen. Auf dem Campingplatz in El Calafate sitzen wir am Abend zu acht um den Tisch und tauschen uns aus. Und auf dem Weg nach Chile treffen wir David aus Großbritannien, der uns mit seinem 4×4 Sprinter rauszieht, weil wir uns mal wieder im Sand festgefahren haben. Glück für uns in dieser menschenleeren Gegend am Lago Cardiel.

All diese Begegnungen, sowohl mit der Natur als auch mit den Menschen, machen das Reisen für uns immer wieder so besonders und erstrebenswert. Jeder hat seine ganz eigene interessante Geschichte. Und uns tut es gut, hin und wieder Abwechslung in unsere Zweisamkeit zu bringen. Unseren ersten Hochzeitstag am 10. Dezember genießen wir jedoch zu zweit :-).

hey, ab in den süden

Patagonien ist speziell. Wir hatten schlechte Straßen, niedrige Temperaturen, Wind und unendlich viel Grün mit diesem Landstrich verbunden. In den letzten Tagen werden wir eines besseren belehrt.

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Riesiges Patangonien

Patagonien ist riesengroß. Wir fahren hunderte von Kilometern, aber es ändert sich wenig: Gegend ohne Ende, Schafe, Guanacos und kaum Menschen. Bäume gibt es kaum, fast überall finden wir Steppe.

Abwechslung in dieses Landschaftsbild bringt lediglich die Atlantikküste. Es gibt viele herrliche, einsame Strände, Pinguin- und Seelöwenkolonien sowie den ein oder anderen netten Ort.


Wir suchen uns einsame Plätze, stehen fast immer wild und meistens ganz alleine. Nur wenn wir duschen oder Wäsche waschen müssen gehen wir auf Campingplätze. Hier treffen wir auch andere Traveller, manche gar zum wiederholten Mal. Mit etwas Glück gibt es aber auch an der ein oder anderen Tankstelle eine gute Dusche.

Unser Kurs durch dieses riesige Land geht gen Süden. Das hat den großen Vorteil, dass die Tage immer länger werden. Es ist erst gegen 22.30 Uhr dunkel. Während zuhause alle im Weihnachtsmarkt-, Plätzchenback- und Dekofieber sind, genießen wir die langen und oftmals warmen Tage hier ganz tief im Süden.

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Auch bei uns weihnachtet es ein wenig.

Es ist garnicht mehr weit bis zum Ende der Welt, Ushuaia. Aber die letzten 900 Kilometer sparen wir uns. Das ist uns einfach zu viel Fahrerei, auch wenn die Namen wie „Punta Delgada“ oder „Punta Arenas“ in unseren Ohren nach Abenteuer klingen. Vielleicht beim nächsten Mal… 🙂

Und so kommen wir unserem nächsten Highlight näher, dem Nationalpark Torres del Paine in Chile. Seit Andreas einen Beitrag darüber im Heute-Journal gesehen hat, träumt er vom Besuch dieses einzigartigen Bergmassivs im Süden Patagoniens. Es ist weit bis zum Torres, die Straßen teilweise gruselig. Und als wir endlich ankommen, ist von den spektakulären Bergen nichts zu sehen. Nebel und Regen – es ist zum heulen. Erinnerungen an unseren Indienurlaub vor zwei Jahren werden wach. Dort haben wir das Taj Mahal wegen Nebel nicht sehen können. Bitte nicht schon wieder!

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Torres del Paine – irgendwo sollen hier tolle Berge sein…

Vorbei an zahlreichen Aussichtspunkten mit Blick auf Gletscherseen, deren unglaubliche Farbe bei Sonnenlicht gut vorstellbar ist, kommen wir zu einem gut gelegenen Campingplatz. Dort treffen wir nicht nur Penny und Dane wieder – die zwei Canadier hatten wir in Bolivien kennen gelernt und einige Tage miteinander verbracht – vielmehr verziehen sich Wolkenbänke und Nebel und der Blick auf das Torres del Paine-Massiv wird frei!

Es ist ein Blick, den man nicht wieder hergegeben möchte, von dem man nicht genug bekommen kann und den man sicher nie vergisst. Es regnet noch immer ein wenig, aber egal. Bis zur Dunkelheit hält es uns hier.

Am nächsten Morgen ist es nur leicht bewölkt und wir wandern zu einem Aussichtspunkt mit tollem Blick auf das Massiv. Bis zum Mittag bleibt der Blick, dann zieht es sich wieder zu.


Den Rest des Tages verbringen wir an der Laguna Azul im Park. Leider hat der Ranger uns hier nicht übernachten lassen.


Wir sind glücklich und zufrieden diese besonderen Berge so erleben zu können. Weiter gehts zurück nach Argentinien zum nächsten Highlight. Und was für eins…

pause statt pausenlos

In den letzten sieben Wochen sind wir fast 10.000 Kilometer gefahren. Wir bemerken, dass wir ein wenig reisemüde sind und gönnen uns eine kleine Pause. Puerto Madryn ist dafür der richtige Ort. Am Atlantik gelegen hat es nicht nur einen riesigen und wunderschönen Strand, sondern pulsiert mit circa 90.000 Einwohnern und ist durch die Wale in der Bucht auch Touristenmagnet. Es gibt gemütliche Cafés, Seafood-Restaurants und sehr sehr gute Eisdielen.

Es ist Frühling hier im Norden Patagoniens. Die Bäume blühen, es duftet überall nach Oleander, Flieder, Jasmin, Rosen und frisch gemähtem Gras. Uns erreichen zahlreiche Fotos von Weihnachtsmärkten und Schneetreiben in Deutschland. Dadurch wird sehr klar, dass wir uns mit unseren Reisen für ein Jahr Frühling und Sommer entschieden haben. Wir finden es herrlich, nach wie vor in kurzer Hose, mit Flipflops und nur dünner Jacke unterwegs sein zu können. Manchmal weht jedoch auch ein starker Wind aus Süd und bringt kühle Luft aus der Antarktis mit sich. An anderen Tagen verkriechen wir uns in den Schatten, wenn die 30 Grad-Marke geknackt wird.

Wir lernen Ruben und seine fünf Frauen kennen, eine argentinische Familie, die hier lebt. Sie sind neugierig, fragen uns viele Dinge über Deutschland und laden uns zum Asado zu sich nach Hause ein. Es wird ein sehr lustiger Abend. Dank Google-Translater können wir uns „unterhalten“. Zwei seiner vier Töchter sprechen sogar ein wenig Englisch.

Nach dem Asado fahren wir gegen Mitternacht zum Aussichtspunkt mit herrlichem Blick. Alles ein wenig später hier. Gegessen wird zwischen 22.00 und 23.00 Uhr.

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Puerto Madryn bei Nacht
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Ein Teil unserer Gastfamilie.

Zwei Tage später wird die Tochter Dolores 18 Jahre alt. Argentinier feiern gerne. Es gibt ein großes Fest an einem Mittwochabend und wir sind eingeladen. Was für ein Erlebnis!

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Das Geburtstagskind Dolores

Ganz offensichtlich sind Ruben und seine Familie stolz darauf „los Alemanes“ zu Gast zu haben. Das Interesse an uns, an Deutschland, wie wir dort leben, was wir frühstücken, ob wir reich sind, was wir arbeiten, ob wir Kinder haben usw. ist riesengroß. Ein Freund des Geburtstagskindes spricht ganz gut Englisch, einige andere Gäste können auch ein paar Brocken, und so läuft die Kommunikation.

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Die Kommunikation läuft…

Wir erleben einen Abend, der vor Herzlichkeit, Freude, Miteinander, Familiensinn, Spaß und kulinarischen Genüssen kaum zu toppen ist. Es wird gemeinsam gesungen, viel gelacht, noch mehr gegessen und geredet. Alles läuft deutlich unkomplizierter ab als wir es kennen. Wenn die Getränke leer sind, fährt jemand zum Kiosk und holt neue. Vorratshaltung gibt es nicht. Besteck und Geschirr reichen irgendwie nicht für alle circa 25 Gäste. Egal, geht schon irgendwie. Und wir wundern uns darüber, dass es keinen Alkohol gibt.

Wir genießen unsere Pause hier sehr und stellen fest, dass wir für Begegnungen wie mit Rubens Familie länger an einem Ort bleiben müssen. Die Begegnung ermöglicht uns tiefere Einblicke in die argentinische Gesellschaft und löscht bei uns viele Fragezeichen der letzten Wochen. Eine schöne Erfahrung.

Beim Aufenthalt in Puerto Madryn diskutieren wir auch, welches Auto wir zukünftig in Deutschland fahren wollen. Wir beobachten die unterschiedlichsten Modelle und entwickeln eine Rangliste:

  1. Ein Pickup wäre cool! f5feec8090d41956de6629944931329a
  2. What about a Jimmy?bf199825_7e6e89
  3. Oder doch lieber wieder ein Mini?

Coole Karossen gibt es hier jedenfalls viele:

Das war eine sehr schöne Pause, die uns auch ermöglicht hat, uns um den Verkauf unseres Busses zu kümmern. Peter und Melike aus Berlin haben ihn gekauft und kommen im Januar mit ihrer kleinen Tochter Maja nach Südamerika. Sie werden hier drei Monate reisen.

 

Unsere Abenteuerlust kommt zurück. Wir wollen weiter. Im Süden Patagoniens und Chiles gibt es noch unendlich viel zu sehen. Auf gehts!

 

wa(h)lbekanntschaften

Der Titel mag schon verraten, was wir uns in den Kopf gesetzt haben. Wir wollen Wale sehen! In Argentinien sieht man Wale auf der Halbinsel Valdez an der Atlantikküste. Das bedeutet einen Umweg von mehr als 1.000 Kilometer für uns – einmal quer durch Argentinien fahren. So what! Was sind schon 1.000 Kilometer in einem Land wie diesem.

Und so fahren wir 2,5 Tage nach Osten und Südosten. Unser Traum ist es, die Wale vom Strand aus zu sehen. Wir haben viele wunderschöne Geschichten von anderen Overlandern gehört die beschreiben, dass man die Tiere zum Greifen nah sieht. Sie springen aus dem Wasser, und Nachts hört man sie schnauben. Genau das wollen wir auch erleben!

Und so sind wir schon ein wenig enttäuscht, als wir im Visitor Center des Parks erfahren, dass Wale um diese Jahreszeit nur noch vom Boot aus zu sehen sind. Die Southern Right Wales – um die es hier geht – kommen jedes Jahr aus der Antarktis in diese Bucht in Valdez um sich zu paaren und ihre Kinder zu gebähren. In dieser Zeit (etwa von Juli bis Dezember) essen sie nicht, sondern zehren von ihren Vorräten. Im Dezember ziehen sie dann ein wenig entkräftet zurück in die Antarktis. Dort gibt es ihr Futter Krill. Wir erfahren, dass momentan noch etwa 15 Wale mit ihren Babys da sind, die anderen mehr als 900 sind bereits auf dem Rückweg. Also buchen wir eine Tour über die Halbinsel inklusive Bootstrip und erleben einen fantastischen Tag.

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Die Karte der Halbinsel Valdez
Los geht es mit den Walen. Auf ungewöhnliche Weise, nämlich per Trecker, wird das Boot ins Wasser gelassen (der Strand ist flach und es gibt keine Pier) und macht sich auf den Weg, die Wale zu finden. Es ist sehr wellig, schnell werden einige Passagiere seekrank. Wir haben Glück und entdecken nach etwa 15 Minuten eine Walmutter mit Baby.

Die Tiere kommen nah an das Boot. Sie sind weder ängstlich noch scheu. Nach etwa 20 Minuten taucht ein weiteres Pärchen auf und gegen Ende der Tour sogar noch ein drittes.

Wir lernen viel über diese beeindruckenden Tiere und ihr Verhalten. Hat schon was sehr majestätisches, den Walen so nah zu sein.

Als nächstes sehen wir Seelöwen und Seeelefanten. Vor allem die große Seeelefantenkolonie beeindruckt uns tief. Viele große und junge Tiere lümmeln an der Küste und schauen uns mit großen Augen an. Sie sehen aus wie knochenlose Fleischberge und bewegen sich auch so, wenn sie über den Strand robben. Darüber hinaus rülpsen und furzen sie ständig.

Auf dem Weg zu den Pinguinen dann das Highlight des Tages: Orcas! Der Killerwal hält sich primär im März in der Bucht auf, aber außerhalb der Bucht wird er auch zu anderen Zeiten gesichtet. Vier Orcas haben sich mehr oder weniger festgeschwommen. Bei Ebbe kommen sie aus der kleinen Bucht, in der viele Seelöwen als Beute liegen, nicht mehr raus und müssen auf die Flut und das steigende Wasser warten. Die Babyorcas geben heulende Geräusche von sich. Ganz eindeutig sind die Tiere in Not. Gebannt stehen alle Touristen hinter der Absperrung und beobachten das Geschehen. Und uns allen fällt ein Stein vom Herzen, als sie endlich frei kommen und im Meer verschwinden.

Als krönenden Abschluss besuchen wir noch eine kleine Pinguinkolonie. Süß, die Gesellen. Und sehr zutraulich. Wir kommen nah ran.

Ein eindrucksvoller Tag mit einer netten Gruppe und der überragenden Reiseführerin Rita. Wir könnten viele Tage hier verbringen, bei und mit den Tieren. Und ein wenig Zeit nehmen wir uns auch noch dafür bevor es weiter in den Süden geht.

 

 

kordilleren, canyons und kalte keller

Es ist so schön am Meer. So entspannt und entspannend. Wir könnten hier wochenlang bleiben.

Und doch merken wir, dass es uns weiter zieht, rastlose Geister, die wir tief in unserem Inneren dann doch sind.

Chile hat uns sehr gut gefallen, hat es uns einfach gemacht. Und da wir wissen, dass wir in Kürze wiederkommen, fällt uns der Abschied nicht schwer. Der ursprüngliche Plan war, über den abenteuerlichen Paso Aqua Negra nach Argentinien zu fahren, doch der macht erst im Dezember auf. Schade, doch dadurch bleiben uns 200 Kilometer Schotterpiste erspart. Wir entscheiden uns für den wohlklingenden Paso de Libertadores – bestens geteert und für unsere staunenden Augen wahrlich spektakulär genug. Wie stumme Riesen scheinen die schneebedeckten Gipfel ringsum Wache zu halten, während wir uns Serpentine für Serpentine im zweiten Gang in die Höhe schrauben. Plötzlich ist der Blick frei auf den mit 6.962 Metern höchsten Berg des amerikanischen Kontinents, den Aconcagua. Vollkommen wolkenfrei erblicken und bestaunen wir ihn.

Die Grenzformalitäten sind entgegen aller Befürchtungen vollkommen stressfrei. Nach unserer geringen Begeisterung für den Norden Argentiniens bekommt das Land von uns seine zweite Chance. Und die verdient es sich redlich! Die Ostseite der Anden empfängt uns mit allerbestem Sommerwetter und einem wundervollen einsamen Nachtplatz an einem Fluss.

Wir erreichen Mendoza, das Zentrum der argentinischen Weinproduktion. Die Stadt ist groß, aufgeregt, aber mit ihren breiten baumgesäumten Straßen auch sauber, aufgeräumt und stilvoll. Ganz anders als der Norden. Hier merken wir schnell, dass es den Menschen wirtschaftlich besser geht. Wir besuchen eine Bodega, ein kleines familiengeführtes Weingut, lassen uns durch die gut gefüllten und eisig kalten Keller führen und probieren ein paar ganz besondere Tropfen.

Weiter geht es auf der Ruta 40, mit 5.301 Kilometer die längste Straße der Welt und neben der Panamericana eine der bekanntesten Fernstraßen, Richtung Patagonien. Dank iOverlander finden wir wieder einen einsamen Nachtplatz unter dem weiten südlichen Sternenhimmel. Der Weg durch das ausgetrocknete Flussbett war sandiger als gedacht. Wir fahren uns mal wieder fest. Mittlerweile sind wir erfahren darin, lassen Luft aus den Reifen, und der Bus pflügt souverän durch den Sand.

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Die atemberaubende Bergwelt der Anden, die schneebedeckten Kordilleren, stehen Spalier auf unserem Weg durch grüne Täler. Die Wüste haben wir hinter uns gelassen. Und es ist herrlich warm und sonnig. Ein perfektes Klima. Wo es sich lohnt, verlassen wir die Ruta 40 und fahren z.B. durch den Canyon Atuel, vorbei an Stauseen und durch die Enge der steil aufragenden Felswände.

Wir merken, dass wir endgültig in Südamerika angekommen sind. Täglich genießen wir unsere Freiheit auf´s Neue. Die Freiheit, in diesem grenzenlosen Land dahin fahren oder anhalten zu können, wohin und wann immer wir wollen. Und während wir hören, dass es in Hamburg den ersten Schnee des Winters gibt, haben wir den ersten Regentag. Seit Monaten.

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Die Kordilleren stehen Spalier

Nun liegen 1.500 Kilometer vor uns. Wir haben unsere geplante Route geändert, denn wir haben uns was in den Kopf gesetzt. Dazu mehr im nächsten Blogpost!

mehr meer

Nach all der Wüste und dem vielen Staub der letzten Wochen zieht es uns ans Meer. Wir lassen die Atacamawüste hinter uns und fahren nach Antofagasta, die drittgrößte Stadt Chiles, direkt am Pazifik. Außerhalb der Stadt stehen wir bei La Portada. Eine tolle Stelle mit beeindruckender Steilküste und einem ruhigen Nachtplatz, an dem wir die Brandung hören.

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La Portada und dahinter die Großstadt Antofagasta

Weiter geht es in Richtung Süden mit Stopps in Taltal, im Nationalpark Pan de Azucar und einer namenlosen Bucht. Überall stehen wir wild, also ohne sanitäre Einrichtungen, Strom und Wasser. Unser Bus hat alles was wir brauchen: Frischwassertank, Solarkollektor, um den Kühlschrank zu betreiben, und ein Chemieklo. Diese Unabhängigkeit genießen wir sehr. In Taltal treffen wir Wolfgang und Anke wieder und verbringen zwei herrliche Sonnentage zusammen.

An den anderen Stellplätzen sind wir ganz allein mit Meer, Wellen, Wind und vielen Vögeln. Wir genießen es, die Gedanken mit dem Blick aufs Meer ziehen zu lassen, an langen weißen Sandstränden ausgiebige Spaziergänge zu unternehmen und zwei Otter zu beobachten, die sich im Wasser tummeln.

Auf dem Weg schauen wir uns noch Kunst in der Wüste an.

Nach einem kleinen Abstecher ins grüne Elqui-Tal – dort wird der Pisco-Schnaps hergestellt – kommen wir zurück ans Meer und treffen Peter und Christa, die uns schon in Antofagasta begegnet sind, wieder. Zusammen verbringen wir eine wunderbare Zeit am Strand in Tongoy. Der Campingplatz hier ist rappelvoll, denn die Chilenen haben langes Wochenende. Circa 60 Zelte werden aufgebaut, und der Platz teilt sich in eine Party- und eine Relaxzone. Natürlich stehen wir in der Relaxzone, auch wenn der Andi einen kleinen Moment gezögert hat. 🙂 Alles andere ist hier in Südamerika schwierig, wenn man nachts schlafen will. Bei geringem Schallpegel gehen wir ins Bett. Der hebt sich allerdings deutlich im Laufe der Nacht, weil vier spät ankommende Zelter direkt neben unserem Bus campen und „unseren“ Tisch für ihr Schwätzchen bis drei Uhr nachts nutzen. Dumm  gelaufen. Es ist auch nicht so, dass der Platz nicht groß wäre. Aber irgendwie haben die Südamerikaner eine andere Definition von Privatsphäre als wir. Tja, andere Länder, andere Sitten.

In dieser Woche am Meer mit vielen Begegnungen sind es wieder die Gespräche mit anderen Travellern und die daraus entstehenden Gedanken, die uns beschäftigen. Jeder hat seine ganz eigene Geschichte und sein Lebenskonzept. Jede dieser Geschichten ist spannend. Für uns ergeben sich daraus immer wieder neue Ideen im Hinblick auf die weitere Gestaltung unseres Lebens. Wir haben viele Gedanken und Träume und sind sehr gespannt, wohin sie uns führen werden.

ain’t no mountain high enough

Von Fünftausendern, Flamingos, Lagunen, Millionen von Sternen und Waschbrettpisten

Die Atacamawüste – ein Wort, dass uns seit vielen Jahren fasziniert. Wir denken an Millionen Sterne, an klaren Himmel, hohe Berge und außergewöhnliche Natur. Und an Teleskope, die besonders hohe Reichweiten haben, wegen der reinen Luft.

Es war nicht ganz einfach für uns in die Atacamawüste zu kommen. Nach problemlosem Grenzübertritt von Bolivien nach Chile verläßt uns leider die Teerstrasse. Wir fahren 44 Kilometer über übelste Waschbrettpiste, immer im zweiten Gang und mit maximal 20 Stundenkilometern. Das kostet nicht nur Zeit, sondern vor allem Nerven. Unser Bus hält tapfer durch, und irgendwann kommen wir in San Pedro de Atacama an. Ein Ort für den Tourismus gemacht. Zum ersten Mal erleben wir in Südamerika Touristenströme und Tourenbieter ohne Ende.

Nach zwei Nächten auf einem entzückenden Campingplatz mit netten neuen Bekanntschaften – wir nutzen die Zeit und befreien den Bus von Staub und Dreck, waschen unsere Wäsche und geniessen endlich wieder eine warme Dusche – fahren wir wieder in die Natur in Richtung Paso Sico.

Nach 100 Kilometern wieder Waschbrettpiste. Aber die Mühe lohnt sich. Wir erleben zwei wunderschöne Lagunen, deren Schönheit sich nicht in Worte fassen lässt. Und die wir auch nicht auf Fotos festhalten können. Sie ist gespeichert in unserem Kopf – für immer. Wir müssten mindestens alle zwei Minuten einen Fotostopp einlegen, weil es so unendlich viele schöne Blicke festzuhalten gibt. Was für ein Dilemma, denn damit ist an Vorwärtskommen nicht zu denken. Hier nur einige Impressionen:

Eine Nacht stehen wir hier oben ganz allein auf über 4.000 Meter. Noch nie haben wir so viele Sterne am Himmel gesehen. Sie reichen bis hinunter zum Horizont. Die Stille ist fast anfassbar. Morgens entdecken wir Eisstücke in unserer Spülschüssel, die draussen stand. Und einige Vicunas kommen zu Besuch, dazu dutzende rosafarbener Flamingos. Es fällt uns sehr schwer, uns von diesem paradiesischen Ort zu trennen.

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Millionen von Sternen
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Der Andi malt mir ein Herz an den Sternenhimmel.

Von San Pedro de Atacama geht es nach Antofagasta, der drittgrößten Stadt Chiles. Auf dem Weg sehen wir zahlreiche riesengroße Kupferminen. Davon lebt nicht nur dieser Landstrich gut, sondern ganz Chile. Staubige Abraumhalden von beeindruckender Größe mitten in der Wüste säumen die Strecke. In Antofagasta fahren wir zum Mechaniker Luis, um unsere Bremsen nochmals checken zu lassen. Luis ist bei den Overlandern eine Institution. Jetzt verstehen wir auch warum: Seine fachliche Kompetenz („your Bus is in an exzellent condition!“) wird ergänzt durch seine gastfreundliche und herzliche Art. Er hat einen ausgeprägten Humor und läßt uns ganz selbstverständlich in seiner Werkstatt übernachten. Seit Wochen hatten wir keine bessere Dusche, und die Toiletten erfüllen mein Ranking komplett. Luis ist ein wirklich toller Mensch.

Chile ist das vierte Land auf unserer Reise. Wieder entdecken wir Unterschiede. Neuere Autos, bessere Straßen und höhere Preise machen deutlich, dass es den Menschen hier wirtschaftlich besser geht. Die Supermärkte sind gigantisch und bieten viele deutsche Produkte an. Und mehr Menschen hier sprechen englisch. Wir gewöhnen uns zunehmend an Land und Leute und kommen so immer mehr an in Südamerika.

Antofagasta liegt übrigens am Pazifik. Endlich sind wir wieder am Meer.

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Bolivien holt uns raus aus unserem Tief und bringt uns tief in unser Glück. Was für ein Land!

Vom ersten Moment an gefällt es uns hier: Die Menschen sind nett und zugänglich, die Landschaften atemberaubend und die Städte quirlig und trotzdem entspannt.

Wir fahren auf 4.000 Meter Höhe und mich erwischt die Höhenkrankheit. Andi gehts blendend, japst allerdings auf Grund der dünnen Luft hier oben auch immer mal wieder. Er pflegt mich aufopferungsvoll, besorgt mir alle möglichen Medikamente und ist nah dran, mich Koka-Blätter-abhängig zu machen (die kaut hier jeder). Das Kauen von Koka-Blättern soll bei Höhenkrankheit helfen. Mir jedoch nicht. Aber egal, Bolivien ist einfach toll!

Unser Bus zieht uns zuverlässig die Berge hoch, hinter jeder Kurve erwarten uns neue Blicke, wechselnd zwischen tief einschneidenden Tälern, Canyons und endlosen Weiten.

Wir erreichen Potosi, die einst reichste Stadt des amerikanischen Kontinents und die nach La Paz höchstgelegene Großstadt der Welt (4.060 Meter). Ihren damaligen Reichtum verdankt sie ihren Silbermienen, die lange versiegt sind. Heute ist die Stadt alles andere als reich und auf den ersten Blick ein staubiges Nest. Wir erwandern Potosi und entdecken zahlreiche Qualitäten: bunte Märkte, köstliches Street-Food, stolze Kolonialbauten und lustige und zufrieden wirkende Menschen. Langsam werden wir sicherer, auch ohne große Spanisch-Kenntnisse. Wir verhandeln Preise und führen erste kleine Gespräche mit Hilfe der Google-Translater-App. Unser sicherer und ruhiger Stellplatz mit heißer Dusche auf einem Hotelparkplatz zieht viele Overlander an. Wir stehen hier mit drei Deutschen und einem Schweizer Wohnmobil.

 

Unser nächstes Highlight: Der mit 12.106 Quadratkilometern größte Salzsee der Welt in einer Höhe von 3.653 Metern, der Salar de Uyuni. Nachdem wir den Unterboden unseres Busses mit Altöl zum Schutz vor dem Salz haben präparieren lassen, fahren wir auf diese unendlich weite Salzfläche. Sie ist umgeben von 4.000 bis 5.000 Meter hohen Bergen und Vulkanen und bietet immer wieder neue Blicke und Perspektiven. Wir bleiben irgendwo im Nirgendwo stehen und genießen die perfekte Stille und schier unfassbare Weite. Ein magischer Ort! Die einsame und ruhige Nacht auf der Salzfläche bleibt unvergessen, ebenso Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Nach der Wärme des Tages wird die Nacht bitterkalt.

Es geht weiter mit neuen Begegnungen. Wir verbringen einen langen Abend mit Penny und Dane aus Kanada. Die zwei reisen ein Jahr von Vancouver bis Feuerland und haben einen Hund aus Mexiko mitgenommen.

In Uyuni holt mich auch meine jüngste Vergangenheit ein. Es geht um Züge. Hier gibt es nämlich einen Cemeterio de Treines, einen Zugfriedhof – mit Kesselwagen.

Nach diesen wunderbaren und unvergesslichen Erlebnissen in Bolivien zieht es uns südwärts nach Chile. Dort wartet der Pazifik!

tiefpunkt

Jede Reise hat ihre Höhepunkte und ihre Tiefschläge. Zugegeben: Unsere viereinhalb Monate auf dem Boot waren nahezu eine unendliche Aneinanderreihung von Höhepunkten. Tiefschläge gab es nicht wirklich. Das ist anders bei unserer Bus-Tour durch Südamerika. Nachdem wir den Bus in Montevideo problemlos aus dem Zoll bekommen und unser erstes großes Highlight, die Iguazu-Fälle, besucht haben stellen sich einige Tiefpunkte ein.

Als erstes muss vor allem ich mich an die endlos langen Strecken im Auto gewöhnen. Argentinien ist groß, 1.500 Kilometer in drei bis vier Tagen bei Tempo 90 durch gähnend langweilige Landschaften sind lang und endlose Fahrerei. Die Dichte der Campingplätze ist mehr als niedrig und das Niveau der dortigen Anlagen so gut wie immer mies. Ich habe inzwischen ein Rating für die Qualität von Toiletten entwickelt:

1. Sauber

2. Klobrille vorhanden

3. Toilettenpapier

4. Spülung funktioniert

5. Abschließbar

In den meisten Fällen sind Punkt 1. bis 5. nicht erfüllt. Für die Duschen ist ein Rating nicht notwendig, weil es fast nie Duschen gibt, warme erst recht nicht. Not macht bekanntlich erfinderisch und so nutzen wir Duschen an Tankstellen oder duschen nicht. Hinzu kommt, dass viele Stellplätze extrem laut sind. Am Wochenende sollte man Städte und Orte meiden. Irgendwo ist immer eine Party, die nicht vor fünf Uhr morgens endet. Wir sind halt im lebenslustigen Südamerika.

Dann hat uns auch noch die rechte Vorderbremse unseres Busses verlassen, bzw. irgend so ein Kolben funktioniert nicht mehr. Wir also zum Mecanico in Residencia. Der erste hat keine Zeit, der zweite (VW-Händler vor Ort) auch nicht. Beim Dritten läuft es dann und ist eine sehr nette Erfahrung mit den Menschen. Allerdings baut er uns einen zu großen Kolben ein und wir müssen in den kommenden Tagen zu zwei weiteren Werkstätten, bis der Schaden endlich erkannt und behoben ist.

Ja und dann noch unser Sprachproblem. Wir haben einfach nicht erwartet, dass Südamerika ohne Spanisch-Kenntnisse so schwer zu bereisen ist. Klar, am Ende geht es immer irgendwie. Aber mit Spanisch wäre es viel einfacher und auch schöner.

Es fällt uns also nicht ganz leicht, uns nach den vielen entspannten Segelwochen auf dieses neue Abenteuer einzulassen. Wir brauchen ein wenig, um uns an das andere Leben in diesen so ganz anderen Ländern zu gewöhnen. In den kommenden Tagen erwarten uns besondere Landschaften in Bolivien. Mal sehen, ob wir unseren Frieden schließen mit den neuen Umständen und wieder in den Genussmodus hinübergleiten. Hoffentlich!

Einen Punkt wollen wir jedoch nicht unerwähnt lassen. Dabei geht es um all die netten Begegnungen, die wir täglich haben. Es beginnt mit dem Argentinier Jorge, der einfach Halt macht, als wir unglücklich an der Straße stehen mit heiß gelaufener Vorderbremse und uns seine Hilfe anbietet (er spricht sogar englisch!!!). Weiter geht es mit Wolfgang und Anke, die wir in Resistencia treffen. Die zwei haben in Deutschland alles verkauft und touren seit drei Jahren mit ihrem beeindruckenden Heim auf Rädern durch Südamerika. Ihre Tipps sind Gold wert für uns und die Gespräche mit Ihnen erfrischend und anregend. Dann die Begegnung mit den Backpackern Jan und Kasia aus Slowenien. Sie stehen mit ihrem kleinen Zelt neben uns und kommen plötzlich mit einer gefüllten Halbliter-PET-Flasche vorbei. Der Inhalt: selbstgebrannter slowenischer Blaubeer-Schnaps. Wir leeren die Flasche gemeinsam und haben viel Spaß. Und so geht es weiter. Jeder Tag bringt neue tolle Begegnungen.

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Wolfgang und Anke vor ihrem M.A.N.