blown away

Vorgestern haben wir auf einer Wanderung ein Paar aus Utah kennen gelernt. Die zwei sind sechs Monate auf Reisen und haben in Alaska begonnen. „It blew us away“ kommentierte Chelsey ihre Zeit dort. Und genauso geht es uns, wenn wir an die vergangenen Tage am Gletscher Perito Moreno und an das Fitz Roy-Massiv in Patagonien denken. It really blew us away!

Der Perito Moreno Gletscher ist fünf Kilometer breit, zwischen 50 und 70 Meter hoch und 30 km lang. Jeden Tag schiebt er sich 2,2 Meter vorwärts. Das führt zu regelmäßigen, teilweise spektakulären Abbrüchen. Er kalbt täglich kleine Eisberge. Und ist der weltweit einzige Gletscher der nicht abschmilzt sondern wächst.

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Gletscher Perito Moreno
Das sind die Fakten – schon unglaublich genug. Aber dann standen wir davor. Uns stockte der Atem bei diesem Anblick. Je nach Sonneneinstrahlung leuchtet der Gletscher in einem gleißenden Eisblau. Immer wieder knallt, kracht und knirscht es irgendwo. Er ist ständig in Bewegung. Acht Stunden schauen wir, staunen und lauern auf den spektakulär großen Abbruch. Die Stücke, die vor unseren Augen abbrechen, sind „nur“ 20 bis 25 Meter hoch. Was für eine gewaltige Naturschönheit.

In El Calafate kommen wir zufällig in den ungeplanten Genuss eines kleinen Gaucho-Festivals mit diversen Wettbewerben. Wir sind beeindruckt, wie diese Jungs und Mädels mit ihren Pferden umgehen können. Chapeau!

Weiter geht es durch die patagonische Steppe zum Fitz Roy-Bergmassiv mit 3.441 Meter Höhe. Eine elf Kilometer Wanderung soll uns zum tollsten Aussichtspunkt bringen. Aber schon nach vier Kilometern am ersten Mirador wird klar, dass uns heute kein guter Blick mit blauem Himmel vergönnt ist. Es zieht sich zu, der Wind legt sich mal wieder richtig ins Zeug und es ist rattenkalt. Wir haben genug gesehen und kehren um. Auf das Wetter ist halt in Patagonien nie Verlass. „Four seasons in one day“ lautet das Motto. Langzeitreisende aus der Schweiz bestätigen uns, dass die Wetterkapriolen in diesem Jahr ganz besonders ausgeprägt sind. War ja klar…

Wir fahren weiter in Richtung Chile. Die lange Fahrerei wird durch idyllische Übernachtungsplätze belohnt.

Ganz besonders schön waren in den letzten Tage wieder einmal die zahlreichen Begegnungen mit anderen Reisenden. Wir haben Annika und Jonny aus der Schweiz wiedergetroffen und drei gemeinsame Tage rund um den Gletscher Perito Moreno verbracht. Ein Paar aus den Niederlanden mit großem Mercedes-Truck reist seit acht Jahren und hat viel zu erzählen. Auf dem Campingplatz in El Calafate sitzen wir am Abend zu acht um den Tisch und tauschen uns aus. Und auf dem Weg nach Chile treffen wir David aus Großbritannien, der uns mit seinem 4×4 Sprinter rauszieht, weil wir uns mal wieder im Sand festgefahren haben. Glück für uns in dieser menschenleeren Gegend am Lago Cardiel.

All diese Begegnungen, sowohl mit der Natur als auch mit den Menschen, machen das Reisen für uns immer wieder so besonders und erstrebenswert. Jeder hat seine ganz eigene interessante Geschichte. Und uns tut es gut, hin und wieder Abwechslung in unsere Zweisamkeit zu bringen. Unseren ersten Hochzeitstag am 10. Dezember genießen wir jedoch zu zweit :-).

2 Gedanken zu “blown away

  1. Jutta kamm

    Hallo ihr lieben, ich war gestern mit Tine aus und sie hat mir von eurer Reise erzählt. Ich habe gerade die patagonien Fotos gesehen und mich an meine Reise dorthin 2010 erinnert. Genießt es und weiterhin viel Spaß. Ein bisschen beneide ich euch ja! Nö falsch – nicht nur ein bisschen! Und fahrt unbedingt nach Bolivien! Das war für mich das beeindruckendste Land Südamerikas. LG jutti

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