wa(h)lbekanntschaften

Der Titel mag schon verraten, was wir uns in den Kopf gesetzt haben. Wir wollen Wale sehen! In Argentinien sieht man Wale auf der Halbinsel Valdez an der Atlantikküste. Das bedeutet einen Umweg von mehr als 1.000 Kilometer für uns – einmal quer durch Argentinien fahren. So what! Was sind schon 1.000 Kilometer in einem Land wie diesem.

Und so fahren wir 2,5 Tage nach Osten und Südosten. Unser Traum ist es, die Wale vom Strand aus zu sehen. Wir haben viele wunderschöne Geschichten von anderen Overlandern gehört die beschreiben, dass man die Tiere zum Greifen nah sieht. Sie springen aus dem Wasser, und Nachts hört man sie schnauben. Genau das wollen wir auch erleben!

Und so sind wir schon ein wenig enttäuscht, als wir im Visitor Center des Parks erfahren, dass Wale um diese Jahreszeit nur noch vom Boot aus zu sehen sind. Die Southern Right Wales – um die es hier geht – kommen jedes Jahr aus der Antarktis in diese Bucht in Valdez um sich zu paaren und ihre Kinder zu gebähren. In dieser Zeit (etwa von Juli bis Dezember) essen sie nicht, sondern zehren von ihren Vorräten. Im Dezember ziehen sie dann ein wenig entkräftet zurück in die Antarktis. Dort gibt es ihr Futter Krill. Wir erfahren, dass momentan noch etwa 15 Wale mit ihren Babys da sind, die anderen mehr als 900 sind bereits auf dem Rückweg. Also buchen wir eine Tour über die Halbinsel inklusive Bootstrip und erleben einen fantastischen Tag.

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Die Karte der Halbinsel Valdez
Los geht es mit den Walen. Auf ungewöhnliche Weise, nämlich per Trecker, wird das Boot ins Wasser gelassen (der Strand ist flach und es gibt keine Pier) und macht sich auf den Weg, die Wale zu finden. Es ist sehr wellig, schnell werden einige Passagiere seekrank. Wir haben Glück und entdecken nach etwa 15 Minuten eine Walmutter mit Baby.

Die Tiere kommen nah an das Boot. Sie sind weder ängstlich noch scheu. Nach etwa 20 Minuten taucht ein weiteres Pärchen auf und gegen Ende der Tour sogar noch ein drittes.

Wir lernen viel über diese beeindruckenden Tiere und ihr Verhalten. Hat schon was sehr majestätisches, den Walen so nah zu sein.

Als nächstes sehen wir Seelöwen und Seeelefanten. Vor allem die große Seeelefantenkolonie beeindruckt uns tief. Viele große und junge Tiere lümmeln an der Küste und schauen uns mit großen Augen an. Sie sehen aus wie knochenlose Fleischberge und bewegen sich auch so, wenn sie über den Strand robben. Darüber hinaus rülpsen und furzen sie ständig.

Auf dem Weg zu den Pinguinen dann das Highlight des Tages: Orcas! Der Killerwal hält sich primär im März in der Bucht auf, aber außerhalb der Bucht wird er auch zu anderen Zeiten gesichtet. Vier Orcas haben sich mehr oder weniger festgeschwommen. Bei Ebbe kommen sie aus der kleinen Bucht, in der viele Seelöwen als Beute liegen, nicht mehr raus und müssen auf die Flut und das steigende Wasser warten. Die Babyorcas geben heulende Geräusche von sich. Ganz eindeutig sind die Tiere in Not. Gebannt stehen alle Touristen hinter der Absperrung und beobachten das Geschehen. Und uns allen fällt ein Stein vom Herzen, als sie endlich frei kommen und im Meer verschwinden.

Als krönenden Abschluss besuchen wir noch eine kleine Pinguinkolonie. Süß, die Gesellen. Und sehr zutraulich. Wir kommen nah ran.

Ein eindrucksvoller Tag mit einer netten Gruppe und der überragenden Reiseführerin Rita. Wir könnten viele Tage hier verbringen, bei und mit den Tieren. Und ein wenig Zeit nehmen wir uns auch noch dafür bevor es weiter in den Süden geht.

 

 

4 Gedanken zu “wa(h)lbekanntschaften

  1. Bernd Dreier

    UiiiUiiiUiiii ziemlich spannnnnend!
    So weit weg und doch nehmt Ihr uns mit! Toll und Danke dafür 🙂 Euch mal wieder im Sailor-Outfit zu sehen gefällt bestimmt nicht nur uns, auch Ihr hattet endlich mal wieder das vergnügen etwas schwankendes unter Euch zu haben 🙂 Tolle Bilder, aber ich glaube nur in Natura kann mal solche Dinge wirklich mitnehmen. Wir erinnern uns immer noch gerne an die Pinguine am Bolders Beach in SA! Eure Tour bleibt spannend und Ihr seid immer für ne Überraschung gut, so kennen wir EUCH! Übrigens ist das einfärben der Haare von Andreas, sehr gelungen, BLOND stand Ihm schon immer 🙂
    Alles Gute und Liebe weiterhin von den 3-3r`s

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