kordilleren, canyons und kalte keller

Es ist so schön am Meer. So entspannt und entspannend. Wir könnten hier wochenlang bleiben.

Und doch merken wir, dass es uns weiter zieht, rastlose Geister, die wir tief in unserem Inneren dann doch sind.

Chile hat uns sehr gut gefallen, hat es uns einfach gemacht. Und da wir wissen, dass wir in Kürze wiederkommen, fällt uns der Abschied nicht schwer. Der ursprüngliche Plan war, über den abenteuerlichen Paso Aqua Negra nach Argentinien zu fahren, doch der macht erst im Dezember auf. Schade, doch dadurch bleiben uns 200 Kilometer Schotterpiste erspart. Wir entscheiden uns für den wohlklingenden Paso de Libertadores – bestens geteert und für unsere staunenden Augen wahrlich spektakulär genug. Wie stumme Riesen scheinen die schneebedeckten Gipfel ringsum Wache zu halten, während wir uns Serpentine für Serpentine im zweiten Gang in die Höhe schrauben. Plötzlich ist der Blick frei auf den mit 6.962 Metern höchsten Berg des amerikanischen Kontinents, den Aconcagua. Vollkommen wolkenfrei erblicken und bestaunen wir ihn.

Die Grenzformalitäten sind entgegen aller Befürchtungen vollkommen stressfrei. Nach unserer geringen Begeisterung für den Norden Argentiniens bekommt das Land von uns seine zweite Chance. Und die verdient es sich redlich! Die Ostseite der Anden empfängt uns mit allerbestem Sommerwetter und einem wundervollen einsamen Nachtplatz an einem Fluss.

Wir erreichen Mendoza, das Zentrum der argentinischen Weinproduktion. Die Stadt ist groß, aufgeregt, aber mit ihren breiten baumgesäumten Straßen auch sauber, aufgeräumt und stilvoll. Ganz anders als der Norden. Hier merken wir schnell, dass es den Menschen wirtschaftlich besser geht. Wir besuchen eine Bodega, ein kleines familiengeführtes Weingut, lassen uns durch die gut gefüllten und eisig kalten Keller führen und probieren ein paar ganz besondere Tropfen.

Weiter geht es auf der Ruta 40, mit 5.301 Kilometer die längste Straße der Welt und neben der Panamericana eine der bekanntesten Fernstraßen, Richtung Patagonien. Dank iOverlander finden wir wieder einen einsamen Nachtplatz unter dem weiten südlichen Sternenhimmel. Der Weg durch das ausgetrocknete Flussbett war sandiger als gedacht. Wir fahren uns mal wieder fest. Mittlerweile sind wir erfahren darin, lassen Luft aus den Reifen, und der Bus pflügt souverän durch den Sand.

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Die atemberaubende Bergwelt der Anden, die schneebedeckten Kordilleren, stehen Spalier auf unserem Weg durch grüne Täler. Die Wüste haben wir hinter uns gelassen. Und es ist herrlich warm und sonnig. Ein perfektes Klima. Wo es sich lohnt, verlassen wir die Ruta 40 und fahren z.B. durch den Canyon Atuel, vorbei an Stauseen und durch die Enge der steil aufragenden Felswände.

Wir merken, dass wir endgültig in Südamerika angekommen sind. Täglich genießen wir unsere Freiheit auf´s Neue. Die Freiheit, in diesem grenzenlosen Land dahin fahren oder anhalten zu können, wohin und wann immer wir wollen. Und während wir hören, dass es in Hamburg den ersten Schnee des Winters gibt, haben wir den ersten Regentag. Seit Monaten.

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Die Kordilleren stehen Spalier

Nun liegen 1.500 Kilometer vor uns. Wir haben unsere geplante Route geändert, denn wir haben uns was in den Kopf gesetzt. Dazu mehr im nächsten Blogpost!

3 Gedanken zu “kordilleren, canyons und kalte keller

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