no hablo español

Buenos Aires – hier startet unser zweites Abenteuer. Wir fliegen mit British Airways nach London und weiter mit der brasilianischen Latam über Sao Paulo zum Ziel. 27 Stunden sind wir unterwegs, die Zeitverschiebung beträgt zum Glück nur fünf Stunden. Um dem Jetlag zu entkommen stürzen wir uns direkt in das Großstadtgetümmel.

Buenos Aires – eine große, laute, sehr europäische Stadt mit schöner Architektur aus der Kolonialzeit. Der Tango ist allgegenwärtig, das Eis schmeckt außerordentlich gut, die Stadtteile sind geprägt von trendigen Restaurants, coolen Bars und jungem Publikum. Wir wohnen in einem entzückenden Airbnb im Stadtteil Palermo. Von hier erobern wir die Stadt per U-Bahn und zu Fuß.

Buenos Aires macht uns das Ankommen in Südamerika leicht. Auch ohne gute Spanisch-Kenntnisse kommen wir klar. Wir tauschen erfolgreich Geld auf dem Schwarzmarkt. Das lohnt sich zwar nicht mehr wirklich, aber wir umgehen damit die horrenden Gebühren, die hier seit ein paar Monaten beim Abheben aus dem Geldautomaten erhoben werden. Und wir gewöhnen uns an die hohen Preise. Zehn Euro für zwei Eis, das ist stattlich. Wird aber noch getoppt durch neun Euro für drei Croissants. Wir müssen wohl noch lernen wo man was kauft…

Ab in den Trubel ist unsere Devise. Am ersten Tag erkunden wir die Gegend rund um unsere Unterkunft. Tag zwei gehört der Innenstadt und dem fantastischen Friedhof La Recoleta, auf dem in unglaublichen Mausoleen sowohl die wichtigen Bürger als auch die Schönen und Reichen der Stadt begraben sind, nicht zuletzt Evita, die Frau des ehemaligen Staatschefs Juan Perón.

Abends treffen wir uns mit Britta, der Nichte unserer Freundin Simone. Britta lebt seit einigen Jahren zeitweise hier, zeitweise in Deutschland. Sie führt uns ein in das Essen von Rinderfiletsteaks und hat auch sonst zahlreiche Tipps für uns. Wir merken, dass Südamerika in Punkto Sicherheit ein anderer Schnack ist als die Ostsee.

Und so geht es weiter. Wir erkunden Stadtteil für Stadtteil, lassen uns treiben, genießen den Frühling und all die neuen Eindrücke.

Am nächsten Abend nimmt Britta uns mit zu einem kleinen, fast privaten Konzert in einem Wein-Lokal. Es gibt argentinische Musik mit Akkordeon, und es wird sogar Tango getanzt. Wir lernen einige deutsche und argentinische Freunde von Britta kennen und freuen uns über diesen Kontakt. So erleben wir diese Stadt nochmal viel intensiver.

Den Samstag verbringen wir im Stadtteil San Telmo. Der angesagte Antiquitätenmarkt ist zwar immer Sonntags, aber hier gibt es überall kleine Lädchen, Markthallen, Cafes und Plätze, an denen hübsche Dinge zu bestaunen und zu kaufen sind. Wir streichen das Abendessen und genießen bereits zum Mittag Lamm und Rind. Zum Cortado gibt es wieder Tango.

Sonntag fahren wir mit der Fähre nach Montevideo in Uruguay. Dort wartet unser VW-Bus, der mit dem Schiff von  Hamburg angekommen ist. Montag versuchen wir ihn aus dem Zoll zu bekommen. Das wird aufregend.

Insgesamt wollen wir vier Monate durch Südamerika reisen. Wir planen, Uruguay, Argentinien, Chile, Patagonien und vielleicht auch Bolivien zu besuchen. Wir sind zum ersten Mal hier, und unser Einstieg hätte nicht besser sein können. Und mit dem VW-Bus haben wir demnächst unser Zuhause immer dabei.

Titelbild: Für uns ungewohnt: Geordnetes Anstehen an der Bushaltestelle.

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„Landyachting“

1987 hatten wir unser Studium für ein Semester unterbrochen, um uns vorm Start in´s Arbeitsleben den Traum von der „grenzenlosen Freiheit“ zu erfüllen. Über den Winter hatten wir einen T3 Transporter liebevoll zum Wohnmobil ausgebaut, diesen in Bremerhaven auf ein Schiff gefahren und in den U.S.A. wieder entgegen genommen. 4 Monate und 26.000 km brachten uns einmal rund um den Kontinent, und wir waren erfüllt von eben dieser Freiheit in grandioser Natur. Der Grundstein für unsere Liebe zu Wohnmobilreisen war gelegt.

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T4 Steuerbord

Der Bus

Im Dezember 2015 haben wir in Hamburg unser fahrendes Zuhause gekauft. Gut ausgestattet ist er ideal, um uns auf unserer Reise durch Uruguay, Argentinien, Chile und Bolivien ein komfortables Zuhause zu bieten.

VW T4 2.5 TDI mit 102 PS Baujahr 1996

Hochdach SCA, Ausbau Fischer, voll gedämmt, 2 Schlafplätze

Kompressorkühlschrank mit Solaranlage und 2. Batterie

2-Flammen-Benzinkocher Coleman 424 – damit können wir auch draußen kochen

Klimaanlage, Dieselheizung, Tempomat, el. Fensterheber

Radio Kenwood KDC 6051U mit iPhone-direct und 4 Lautsprechern

Porta Potti, Frisch- und Abwassertank, Drehsitze mit Armlehnen, Safe

2 Campingstühle + 1 Campingtisch, Sonnensegel an Kederschiene Beifahrerseite

Der Bus hat keinen Rußpartikelfilter. Somit bekommen wir auch in größeren Höhen keine Probleme.

Im Januar 2017 wird unsere Reise mit dem Bus enden. Gern würden wir das Fahrzeug in Buenos Aires an andere Traveller verkaufen. Bei Interesse einfach melden – er kann noch bis Ende April 2016 in Hamburg besichtigt werden.